Wie entsteht ein Trauma?

 

 

 

Ein Trauma ist ein unaufgelöstes Erlebnis, das durch eine lebensbedrohliche Situation ausgelöst wurde. Wobei die lebensbedrohliche Situation nur subjektiv als solche erlebt sein kann. Traumas können oberflächlich oder von Aussen her gesehen auch durch unbedeutende Ereignisse: wie Stürze, kleine Verletzungen, durch Unfälle ohne äussere Verletzungen (Schock) oder nur als Zuschauer von einem Unfall, von Gewalt oder einem Verbrechen entstehen. Auch kleinere operative Eingriffe können Traumas verursachen, ebenso wiederholte psychische Gewalt. Durch das Leben in andauernd bedrohlichen Situationen, können schwere Traumas verursacht werden.

Oft ist sogar der Fall, dass eine Situation in der rückwirkenden subjektiven Einschätzung nicht als lebensbedrohlich erachtet wird und trotzdem treten später typische Trauma Symptome auf. Oder der Betroffene denkt das Ereignis sei schon lange erledigt und verarbeit. 3 Jahre später stellen sich Trauma Symptome ein. Die Person leidet beispielsweise seit einigen Monaten an Nervosität, Schreckhaftigkeit, und immer wieder an Herzrasen.
Kleinere relativ unbedeutend erscheinende Ereignisse können längst vergessene traumatische Geschehnisse reaktivieren, so dass die Symptome erst durch dieses letzte Ereignis beginnen. Ein einziges kleineres Ereignis am Ende einer Kette kann das Fass zum Ueberlaufen bringen. Begünstigt wird dies durch die Tatsache, dass der Handlungs- und Reaktionsspielraum einer Person durch jedes traumatisierende Ereignis immer kleiner wird. Ebenso wird der Zugang zum Körperempfinden dem Inneren Erleben immer mehr abgeschnitten. Dies hindert den traumatisierten Menschen an adäquaten instinktiven Reaktionen in vielen Lebenssituationen. Besonders auch in bedrohlichen Situationen stehen die natürlichen Verhaltensweisen immer weniger zur Verfügung. So wird er durch falsche Reaktionen auch immer wieder in traumatisierende Situationen gebracht in die er unbewusst hineinläuft. Das nennt man auch den Sog des Traumas. Durch die Einengung der äusseren und inneren Wahrnehmung und der instinktiven Reaktionen und die immer stärker werdenden Symptome wird das Alltagsleben eines traumatisierten Menschen immer eingeschränkter.