Biologie des Traumas
Flight and Fight Reaktion, Totstellreflex
Grundlage für die Biologie des Traumas sind drei wichtige Verhaltensmuster, die jedes Tier kennt. Flight and Fight (Flucht und Kampf) Reaktion und den Totstellreflex. Für die ersten zwei Reaktionsmöglichkeiten muss der Organsimus sehr viel Energie bereitstellen. Dies wird über das autonome Nervensytem und das limbische System im Hirn gesteuert. Es werden auf eine Gefahr hin Hormone produziert, welche die ganze Reaktion in Gang setzten: Beschleunigung der Herzfrequenz, Beschleunigung des Atems, Herabsetzung der Verdauungstätigkeit. Wenn die Kampf- oder Fluchtreaktion vorüber ist, wird Kortisol von der Nebenniere ausgeschüttet und dadurch pendelt sich das System langsam wieder ins Gleichgewicht ein.
Beim Menschen mit Posttraumatischem Stresssyndrom (PTDS) hat sich das Gleichgewicht nicht mehr eingependelt. Sie sind immer noch in einer Art Alarmzustand. Das natürliche einpendeln in einen Gleichgewichtszustand hat nicht stattgefunden. Entsprechend hat man bei Untersuchungen auch gefunden dass Menschen mit PTDS einen zu tiefen Kortisolspiegel im Blut haben (Rachel Yehuda et al. 1990).
Die andere interessante natürliche Reaktion, ist der Totstellreflex (auch tonische Immobilität genannt). Sie scheint den biologischen Sinn zu haben, dass das Raubtier einen Moment von seinem Opfer ablässt und so die Flucht gelingen kann. Einige Posttraumatische Stressreaktionen sind diesen Lähmungszuständen sehr ähnlich: vor Angst erstarren, sich von allem Leben abgeschnitten fühlen, keinen Kontakt mehr zu sich selbst und anderen mehr fühlen, sich wie gelähmt fühlen, Gefühl von Schwindel, schwarz werden vor Augen, Gefühl das Bewusstsein zu verlieren.